
23. Oktober 2026
Herbst schreiben
„Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, / wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben …“ So dichtete Rilke schon 1902 in seinem „Herbsttag“. In unserer Kanzlei (Franz Kafka wäre Jurist gewesen) hätte er vermutlich „lange Schriftsätze“ geschrieben. Unter unseren Kanzleifenstern in Augsburg hat der Herbst jedenfalls schon gezeichnet: in Gold, Kupfer und einem Rot, das jedem Korrekturstift Konkurrenz macht (Beweisfoto anbei).
Ein paar juristische Beobachtungen zur Jahreszeit:
🍁 Die Blätter fallen, die Fristen leider nicht. Die laufen unbeeindruckt weiter, auch wenn draußen alles nach Kürbissuppe ruft.
🍁 Laub kennt keine Grundstücksgrenzen, und der Nachbar manchmal auch nicht. Ob daraus ein Fall für § 906 BGB wird, besprechen wir gern, am liebsten bevor der erste Rechen fliegt.
🍁 Der Herbst ist die Jahreszeit des Ordnens: Ernte einfahren, Vorräte anlegen, Dinge regeln. Wer schon lange sein Testament schreiben wollte: Die Abende sind lang, der Tee ist heiß, und für ein eigenhändiges Testament braucht es nur Stift, Papier, Unterschrift und einen klaren Kopf. Eine kurze Beratung vorher schadet trotzdem selten 😉
🍁 Und für alle, die es mit Rilke halten und „wachen, lesen, lange Briefe schreiben“: Die Briefe übernehmen wir gern. Die mit Aktenzeichen.
Wir wünschen Ihnen ein goldenes Herbstwochenende, mit möglichst wenig Laub in der Regenrinne und möglichst vielen guten Seiten zwischen zwei Buchdeckeln.
Ihre Kanzlei Kreutz, Augsburg












